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Gedanken zum Thema
Kennzeichnungspflicht bei Rindern |
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Es tagt der Rat zum Fleisch vom Rind, zum Schutz von Mann und Frau und Kind. Ohn’ Etikett, es kann verdrießen, darf ich das Fleisch nicht mehr genießen. Hab ich mir Brust vom Ochsen auserkoren, muss ich wissen, wo mal das Kalb geboren, wo’s von der Mutter wurd ‚ gestillt, und wo es auf der Weide hat gebrüllt. Welcher Vater gab den Samen? Aufs Etikett auch seinen Namen! Ist von Edler Rasse auch die Mutter? Und vor allem woher kam das Futter! Wo sind Bruder, Schwester abgeblieben? Hat er sich oft an ihnen gerieben? Litt er unter Druck und Qualen, so das wir’s mit der Qualität bezahlen? Wie oft ist er krank gewesen, und ist er besonders schnell gewesen? Und des Bullen stolze Manneskraft, welcher Veterinär hat sie wohl abgeschafft? Und ist das Rind nicht seelisch deformiert, wie wird es schließlich transportiert? Ging die Fahrt ohn’ Hunger, Durst und Not, konnt es noch beten vor dem Tod?
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Wo wurd’ der Ochs denn umgebracht? Wo fand durch Schlachters Hände, seines kurzen Lebens traurig Ende? Wohin floss sein Blut, in welche Kläranlage, wo fanden seine Knochen ihre letzten Tage? Wo sind Därme, Klauen, Fell und Pans’, wer zerteilte ihn von Kopf bis Schwanz? Dies alles muss man also wissen, wenn man Brust vom Ochsen will genießen. Das alles kommt penibel und adrett, beim Ochsen auf sein Etikett. Bevor man endlich dann serviert, wird sorgfältig das Etikett studiert. Und hab ich alles fein durchsonnen, hab ich den Ochsen richtig lieb gewonnen. Obwohl der Hunger schon seit Tagen, zu Hause ist in meinem Magen, geht mir das Tier nicht aus dem Sinn, ich leide – und lege mich zum sterben hin. Im Himmel angekommen, hab ich des Ochsen Geist vernommen, "O Mensch, die Welt ist doch verkehrt, wäre ich du, ich hätte mich verzehrt."
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